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Blackjack

Blackjack-Basisstrategie: die komplette Tabelle – und warum jedes Feld so ist, wie es ist

Die vollständige Blackjack-Basisstrategie für 6 Decks, S17, DAS: harte Hände, weiche Hände, Paare als Tabelle – mit Rechenbeispiel und Lernplan.

Kurz gesagt
  • Die Basisstrategie ist die mathematisch beste Entscheidung für jede Kombination aus deiner Hand und der Dealer-Karte.
  • Sie senkt den Hausvorteil auf rund 0,4–0,6 % – aber nie unter null. Sie ist Schadensbegrenzung, kein Gewinnsystem.
  • Die Tabelle gilt für einen bestimmten Regelsatz. Andere Regeln, vor allem H17 oder fehlender Peek, ändern einzelne Felder.

Für jede Situation am Blackjacktisch gibt es genau eine Entscheidung, die dich auf lange Sicht am wenigsten kostet. Die Gesamtheit dieser Entscheidungen heißt Basisstrategie. Sie passt auf eine Karte im Scheckkartenformat – und ist das Einzige, was zwischen dir und einem dreimal so hohen Hausvorteil steht.

Was die Basisstrategie leistet – und was nicht

Mathematiker haben in den 1950er-Jahren begonnen, Blackjack systematisch durchzurechnen; heute lassen Computer jede mögliche Situation Millionen Mal durchspielen. Das Ergebnis ist eine Tabelle: Zeile = deine Hand, Spalte = offene Karte des Dealers, Feld = beste Entscheidung.

Wichtig ist das Wort „beste". Es heißt nicht „gewinnende". In vielen Feldern – etwa harte 16 gegen eine 10 – verlierst du mit jeder Entscheidung öfter, als du gewinnst. Die Tabelle wählt dann einfach die Option, die am wenigsten verliert.

Der Regelsatz dieser Tabelle

Die folgenden Tabellen gelten für das häufigste Spiel in Live-Studios und an Tischen in Europa mit Hole Card:

  • 6 Decks (gilt praktisch genauso für 4 und 8 Decks)
  • S17: Der Dealer bleibt auf Soft 17 stehen
  • DAS: Verdoppeln nach dem Teilen ist erlaubt (Double After Split)
  • Peek: Der Dealer prüft bei Ass oder 10 sofort auf Blackjack
  • Late Surrender erlaubt (wenn nicht: siehe Hinweis bei den harten Händen)
  • Blackjack zahlt 3:2

Die Abkürzungen

KürzelBedeutung
HHit – Karte ziehen
SStand – stehen bleiben
DDouble – verdoppeln, wenn erlaubt; sonst Karte ziehen
DsDouble – verdoppeln, wenn erlaubt; sonst stehen bleiben
PSplit – Paar teilen
RSurrender – aufgeben, wenn erlaubt; sonst Karte ziehen
AAss (in den Spaltenköpfen: Dealer zeigt ein Ass)

Die Spaltenköpfe 2 bis A sind immer die offene Karte des Dealers. „10" steht für jede Karte mit Wert 10 (10, Bube, Dame, König).

Tabelle 1: Harte Hände

Harte Hände enthalten kein Ass – oder nur eines, das zwingend als 1 zählt.

Deine Hand2345678910A
5–8HHHHHHHHHH
9HDDDDHHHHH
10DDDDDDDDHH
11DDDDDDDDDH
12HHSSSHHHHH
13SSSSSHHHHH
14SSSSSHHHHH
15SSSSSHHHRH
16SSSSSHHRRR
17–21SSSSSSSSSS

Ohne Aufgabe-Option wird jedes R zu H. Bei 16 gegen 10 ist der Unterschied zwischen Ziehen und Stehen allerdings hauchdünn: Beides kostet dich im Schnitt gut die Hälfte des Einsatzes, Ziehen nur minimal weniger (rund 53,5 statt 54 %).

11 gegen Ass ist ein Grenzfall: Bei S17 und sechs Decks ist Ziehen minimal besser, bei H17 wird verdoppelt.

Tabelle 2: Weiche Hände

Weiche Hände enthalten ein Ass, das als 11 zählt. Du kannst dich mit einer weiteren Karte nicht überkaufen.

Deine Hand2345678910A
A,2 (Soft 13)HHHDDHHHHH
A,3 (Soft 14)HHHDDHHHHH
A,4 (Soft 15)HHDDDHHHHH
A,5 (Soft 16)HHDDDHHHHH
A,6 (Soft 17)HDDDDHHHHH
A,7 (Soft 18)SDsDsDsDsSSHHH
A,8 (Soft 19)SSSSSSSSSS
A,9 (Soft 20)SSSSSSSSSS

Gilt auch für weiche Hände mit mehr als zwei Karten: Ass-2-3 spielst du wie Soft 16. Verdoppeln ist bei drei Karten aber nicht mehr erlaubt – dann gilt bei D „ziehen" und bei Ds „stehen".

Tabelle 3: Paare

Dein Paar2345678910A
2,2PPPPPPHHHH
3,3PPPPPPHHHH
4,4HHHPPHHHHH
5,5DDDDDDDDHH
6,6PPPPPHHHHH
7,7PPPPPPHHHH
8,8PPPPPPPPPP
9,9PPPPPSPPSS
10,10SSSSSSSSSS
A,APPPPPPPPPP

Ohne DAS (kein Verdoppeln nach dem Teilen) teilst du vorsichtiger: 2,2 und 3,3 nur gegen 4 bis 7, 4,4 nie, 6,6 nur gegen 3 bis 6.

Die Logik hinter den Feldern

Du musst die Tabelle nicht blind auswendig lernen. Fast alles folgt aus drei Ideen.

1. Die Dealer-Karte verrät seine Bust-Chance. Mit 2 bis 6 offen muss der Dealer oft noch ziehen und überkauft sich häufig. Mit 7 bis Ass steht er oft schon gut da.

Dealer zeigt2345678910A
Bust-Wahrscheinlichkeit (ca.)35 %37 %40 %42 %42 %26 %24 %23 %23 %17 %

Werte für sechs Decks und S17; bei 10 und Ass bereits unter der Bedingung, dass der Dealer nach dem Peek keinen Blackjack hat.

2. Wer schon „gemacht" ist, riskiert nichts. Gegen 4, 5 oder 6 bleibst du mit 12 bis 16 stehen, weil der Dealer sich mit gut 40 % Wahrscheinlichkeit selbst aus dem Spiel nimmt. Du musst dich nicht überkaufen, um zu gewinnen.

3. Verdoppeln, wenn du vorne liegst. Mit 10 oder 11 ist die nächste Karte mit rund 31 % eine Zehn. Das ist der perfekte Moment, mehr Geld auf den Tisch zu legen – besonders gegen schwache Dealer-Karten.

Die Paar-Regeln, die alle zuerst lernen sollten

  • Asse immer teilen. Zwei Hände, die jeweils mit 11 starten, sind viel besser als eine Soft 12.
  • Achten immer teilen. Harte 16 ist die schlechteste Hand im Spiel. Zwei Hände, die mit 8 starten, sind auch gegen eine 10 weniger schlecht.
  • Zehner nie teilen. 20 gewinnt gegen fast alles. Wer 20 auflöst, tauscht eine Siegerhand gegen zwei Durchschnittshände.
  • Fünfer nie teilen. 5,5 ist eine harte 10 – also verdoppeln statt aufteilen.

Rechenbeispiel: Was eine einzelne Fehlentscheidung kostet

Angenommen, du bleibst mit harten 16 gegen eine 10 stehen, statt aufzugeben. Mit Stehen liegt der erwartete Verlust bei rund 54 % des Einsatzes, mit Aufgeben bei genau 50 %. Bei 20 € Einsatz sind das 0,80 € pro Situation.

Klingt nach wenig? Diese Hand kommt etwa einmal in 50 bis 60 Runden vor. Und es gibt Dutzende solcher Grenzfälle. Zusammengerechnet erklären sie, warum Spielende ohne Strategie leicht bei 2 % Hausvorteil landen statt bei 0,5 %. Bei 10 € Einsatz und 60 Händen pro Stunde ist das der Unterschied zwischen 3 € und 12 € erwartetem Verlust. Rechne deine eigenen Zahlen mit dem Verlust-Rechner nach.

Abweichende Regeln: was sich ändert

Regel am TischWas du anders spielst
H17 (Dealer zieht auf Soft 17)11 gegen Ass verdoppeln; A,7 gegen 2 verdoppeln (Ds); A,8 gegen 6 verdoppeln (Ds); 15 gegen Ass, 17 gegen Ass und 8,8 gegen Ass aufgeben, wenn erlaubt
Keine Hole Card (europäische Regel, Verlust aller Einsätze bei Dealer-Blackjack)11 gegen 10 und Ass nur ziehen; 8,8 gegen 10 und Ass nicht teilen; A,A gegen Ass nur ziehen
Ein oder zwei DecksMehrere Felder verdoppeln aggressiver (z. B. 9 gegen 2, 11 gegen Ass)
Blackjack zahlt 6:5Strategie bleibt fast gleich – aber der Tisch kostet rund 1,4 % mehr. Besser: Tisch wechseln

Die Abweichungen ohne Hole Card gelten nur, wenn bei einem Dealer-Blackjack auch die Zusatzeinsätze aus Verdoppeln und Teilen verloren sind. Verlierst du nur deinen ursprünglichen Einsatz (Regel „Original Bets Only"), spielst du genau wie in den Tabellen oben.

Interaktiv: die Strategie für dein Regelwerk

Die Tabellen oben gelten für S17, DAS und Late Surrender. Am Tisch sind die Regeln oft anders. Schalte hier um – die Felder, die sich ändern, sind rot umrandet. Die Strategie entspricht der Grundstrategie für 4–8 Decks; bei einem oder zwei Decks gibt es weitere Abweichungen.

Der Umschalter braucht JavaScript. Die Standardtabellen stehen weiter oben.

So stark wirken einzelne Regeln

RegelWirkung auf den Hausvorteil (ca.)
Dealer zieht auf Soft 17 (H17 statt S17)+0,2 Prozentpunkte
Kein Verdoppeln nach dem Teilen (kein DAS)+0,14 Prozentpunkte
Late Surrender erlaubt−0,08 Prozentpunkte
Blackjack zahlt 6 : 5 statt 3 : 2+1,4 Prozentpunkte

Näherungswerte für 6 Decks mit Peek nach dem Hausvorteil-Rechner von Wizard of Odds, gerundet. Ausgangspunkt: S17, DAS, kein Surrender, 3 : 2 mit etwa 0,4 % Hausvorteil.

So lernst du die Tabelle in einer Woche

Ein bewährter Plan:

  1. Tag 1–2: Harte Hände 12 bis 16 gegen 2 bis 6 und 7 bis Ass. Das ist die wichtigste Zone.
  2. Tag 3: Verdoppeln mit 9, 10 und 11.
  3. Tag 4: Paare – erst die Fixregeln (A, 8, 10, 5), dann die übrigen.
  4. Tag 5–6: Weiche Hände, vor allem A,7 – die am häufigsten falsch gespielte Hand.
  5. Tag 7: Gemischtes Abfragen, bis keine Fehler mehr kommen.

Online darfst du die Tabelle neben dem Spiel liegen haben. Am Live-Tisch einer Spielbank ist eine kleine Karte meist geduldet; frag im Zweifel nach.

Was danach kommt

Die Basisstrategie ist das Fundament. Darauf baut das Kartenzählen auf, das einzelne Felder je nach Restkarten im Schuh verschiebt – online allerdings fast immer wirkungslos. Ob sich der ganze Aufwand finanziell lohnt, rechnen wir in Kann man beim Blackjack langfristig gewinnen? ehrlich durch. Die Grundregeln und Auszahlungen findest du im Blackjack-Ratgeber.

Und das Wichtigste zum Schluss: Eine perfekte Strategie ändert nichts daran, dass das Haus im Vorteil bleibt. Plane dein Budget vorher – etwa mit dem Budget-Planer.

Häufige Fragen

Was ist die Basisstrategie beim Blackjack?

Eine Tabelle, die für jede Kombination aus deiner Hand und der offenen Dealer-Karte die Entscheidung mit dem geringsten erwarteten Verlust angibt. Sie wurde per Computersimulation über Millionen Hände ermittelt.

Darf man die Basisstrategie-Tabelle im Casino benutzen?

In den meisten Spielbanken ist eine kleine Strategiekarte am Tisch geduldet, solange du das Spiel nicht aufhältst. Online kannst du sie ohnehin neben dem Spiel offen haben. Frag im Zweifel vorher nach.

Wann sollte man beim Blackjack verdoppeln?

Vor allem mit harten 11 gegen 2 bis 10, mit harten 10 gegen 2 bis 9 und mit harten 9 gegen 3 bis 6. Dazu kommen weiche Hände wie Ass-6 oder Ass-7 gegen schwache Dealer-Karten.

Welche Paare sollte man beim Blackjack immer teilen?

Asse und Achten teilst du immer. Zehner und Fünfer teilst du nie: 20 ist eine starke Hand, und zwei Fünfer spielst du als 10.

Wie viel spart die Basisstrategie gegenüber Spielen nach Gefühl?

Typische Gefühlsspieler liegen bei 1,5 bis 3 % Hausvorteil, mit Basisstrategie sind es etwa 0,5 %. Bei 10 € Einsatz und 60 Händen pro Stunde sind das grob 6 bis 15 € weniger erwarteter Verlust pro Stunde.

Spielerschutz · gleichrangig, nicht im Kleingedruckten

Wenn aus Spiel Druck wird, ist Reden der erste Gewinn.

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