Wie riskant ist mein Spielen? Ein anonymer Selbsttest
Zwei kurze Tests nach dem Vorbild international genutzter Fragebögen. Deine Antworten verlassen deinen Browser nicht und werden nirgends gespeichert.
- Der Lie/Bet-Kurztest besteht aus zwei Ja/Nein-Fragen. Schon ein Ja ist ein Grund, genauer hinzuschauen.
- Die ausführliche Selbsteinschätzung mit neun Fragen ist an den Problem Gambling Severity Index (PGSI) angelehnt und ordnet dein Spielverhalten in vier Risikostufen ein.
- Ein Selbsttest ersetzt keine Diagnose. Eine glücksspielbezogene Störung stellen Fachleute nach DSM-5 oder ICD-11 fest – und Beratung bekommst du kostenfrei und anonym.
Kurztest: zwei Fragen (Lie/Bet)
Der Lie/Bet-Fragebogen2 wurde in den USA entwickelt, um in wenigen Sekunden zu erkennen, ob ein genauerer Blick sinnvoll ist. Wir haben die Fragen in eigene Worte gefasst.
Ausführlich: neun Fragen zur Selbsteinschätzung
Die folgenden Fragen sind an den Problem Gambling Severity Index (PGSI) angelehnt, einen der weltweit am häufigsten verwendeten Fragebögen. Denk an die letzten zwölf Monate. Die Auswertung erscheint, sobald alle neun Fragen beantwortet sind.
So wird ausgewertet
Jede Antwort bekommt Punkte: Nie = 0, Manchmal = 1, Meistens = 2, Fast immer = 3. Die Summe liegt zwischen 0 und 27. Die Stufen orientieren sich an der Auswertung des PGSI:
| Punkte | Einordnung |
|---|---|
| 0 | Kein erkennbares Risiko |
| 1–2 | Geringes Risiko |
| 3–7 | Mittleres Risiko |
| 8 und mehr | Hinweis auf problematisches Spielen |
Weil wir die Fragen sprachlich angepasst haben, ist das Ergebnis nicht direkt mit Studien vergleichbar, die den Originalfragebogen nutzen. Als Orientierung taugt es trotzdem. Einen weiteren Selbstcheck mit zehn Fragen findest du bei unseren Rechnern: Selbstcheck in 2 Minuten.
Wie Fachleute eine Glücksspielstörung feststellen
In Deutschland nutzen Fachleute vor allem zwei Klassifikationssysteme:
- DSM-5 (Diagnostisches und Statistisches Manual psychischer Störungen): Es beschreibt neun Kriterien, darunter steigende Einsätze, Unruhe beim Versuch aufzuhören, Verlusten hinterherjagen, Lügen über das Spielen und Geldprobleme. Eine Störung liegt vor, wenn mindestens vier Kriterien innerhalb von zwölf Monaten erfüllt sind. Vier bis fünf Kriterien gelten als leicht, sechs bis sieben als mittel, acht bis neun als schwer.
- ICD-11 (Internationale Klassifikation der Krankheiten der WHO): Die Glücksspielstörung hat den Code 6C50, unterteilt in 6C50.0 (überwiegend offline) und 6C50.1 (überwiegend online).3 Der benachbarte Code 6C51 beschreibt übrigens die Computerspielstörung („Gaming Disorder“) – das ist eine eigene Diagnose und kein Glücksspiel.
Eine Diagnose stellen Ärztinnen, Psychotherapeuten oder Fachkräfte in Suchtberatungsstellen in einem persönlichen Gespräch. Ein Online-Test kann das nicht ersetzen.
Wie verbreitet sind Glücksspielprobleme?
Survey 2025
Laut Glücksspiel-Survey 2025 erfüllen 2,2 % der 18- bis 70-Jährigen in Deutschland die Kriterien einer glücksspielbezogenen Störung nach DSM-5. Weitere 5,5 % erfüllen ein bis drei Kriterien und zeigen damit ein riskantes Spielverhalten. Männer sind häufiger betroffen (3,2 %) als Frauen (1,1 %).4
Am höchsten ist der Anteil unter Menschen, die virtuelle Automatenspiele (Online-Slots) spielen: Fast jede dritte Person davon (32,5 %) erfüllt die Kriterien einer Störung. Bei Live-Sportwetten sind es 27,0 %, bei Lotto 6aus49 5,3 %.4 Alle Ergebnisse stehen in unserer Auswertung des Glücksspiel-Survey 2025.
Daten als Tabelle
| Kategorie | Anteil mit Störung (%) |
|---|---|
| Virtuelle Automatenspiele (Online-Slots) | 32,5 |
| Glücksspielautomaten (Spielbank) | 28,1 |
| Live-Sportwetten | 27,0 |
| Geldspielautomaten (Spielhalle) | 23,4 |
| Eurojackpot | 6,0 |
| Lotto 6aus49 | 5,3 |
Was du jetzt tun kannst
- Reden: Das Beratungstelefon des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) unter 0800 1 37 27 00 ist kostenfrei und anonym.5 Online gibt es Beratung bei check-dein-spiel.de.
- Abstand schaffen: Mit einer Spielersperre über OASIS sperrst du dich bei allen legalen Anbietern in Deutschland – online, in Spielhallen und Spielbanken.
- Vor Ort Hilfe finden: Beratungsstellen in deiner Nähe findest du über unsere Übersicht Hilfe und Beratung.
- Für Angehörige: Wenn du dir um jemand anderen Sorgen machst, lies So helfen Angehörige.
Häufige Fragen
Ist dieser Test eine Diagnose?
Nein. Er hilft dir, dein Spielverhalten einzuschätzen. Eine glücksspielbezogene Störung stellen Fachleute nach den Kriterien von DSM-5 oder ICD-11 in einem persönlichen Gespräch fest.
Werden meine Antworten gespeichert?
Nein. Der Test läuft vollständig in deinem Browser. Es werden keine Daten übertragen, keine Cookies gesetzt und nichts gespeichert. Wenn du die Seite schließt, sind die Antworten weg.
Was ist der PGSI?
Der Problem Gambling Severity Index ist ein Fragebogen mit neun Fragen, entwickelt von Ferris und Wynne (2001) für das Canadian Centre on Substance Abuse. Er wird weltweit in Bevölkerungsstudien eingesetzt. Ab acht Punkten gilt das Spielverhalten als problematisch.
Ich habe ein hohes Ergebnis. Was jetzt?
Ruf die kostenfreie Beratung unter 0800 1 37 27 00 an oder nutze check-dein-spiel.de. Wenn du schnell Abstand brauchst, hilft eine Spielersperre über OASIS – sie gilt bei allen legalen Anbietern.
Quellen & weiterführend
- Ferris, J. & Wynne, H. (2001): The Canadian Problem Gambling Index – Final Report. Canadian Centre on Substance Abuse
- Johnson, E. E. et al. (1997): The Lie/Bet Questionnaire for Screening Pathological Gamblers. Psychological Reports 80
- WHO: ICD-11, 6C50 Gambling disorder
- ISD Hamburg: Glücksspiel-Survey 2025 (März 2026)
- BIÖG: check-dein-spiel.de
- Regierungspräsidium Darmstadt: Spielersperrsystem OASIS